Die persönliche Hingabe ist die positive Konstante im Weinbau der Stadt Stuttgart, aber auch gleichzeitig ihre Achillesferse. Denn Weinbau im Flachen sucht man im sprichwörtlichen Stuttgarter Kessel und an den Prallhängen entlang des Neckars vergebens. Nichts geht ohne Fleiß und Handarbeit. Und da der typische Stuttgarter Winzer ein Nebenerwerbswinzer und Genossenschaftsmitglied ist, ist das Problemfeld schnell umrissen: »Am Sonntagnachmittag ist Weinberg angesagt, und im Sommer steht man auch unter der Woche oft abends von sechs bis neun im Weinberg «, berichtet Alexander Lung, der im Stadtteil Rohracker elf Ar Riesling bewirtschaftet, also 1100 Quadratmeter. Unter den sechs Genossenschaften, die auf Stuttgarter Gemarkung tätig sind, ist diejenige aus Rohracker die kleinste: Die 30 Mitglieder bringen es zusammen auf nur gerade einmal 3,5 Hektar. Lung (37) ist das mit Abstand jüngste Mitglied seiner Genossenschaft – und hofft, dass in Zukunft noch mehr Weinverrückte seinem Vorbild als Quereinsteiger folgen: »Wir machen zum Beispiel Volkshochschulkurse mit dem Thema »Das Jahr im Weinberg«, in der Hoffnung, dass wir Leute an den Weinbau heranführen und dafür begeistern können. Und tatsächlich hat uns das schon neue Mitglieder gebracht.« In seiner Altersgruppe wird Lung, im Hauptberuf Ausbildungsleiter für IT-Berufe bei einem mittelständischen Unternehmen, vermutlich dennoch ein Exot bleiben: In seiner Genossenschaft waren die Mitglieder für das junge Blut so dankbar, dass sie Lung schon vier Jahre nach seinem Eintritt zum Vorstand wählten.

89 Punkte hat unser Riesling im Tasting des akutellen Magazins falstaff erhalten:
2017 Rohracker Lenzenberg Riesling
Feinwürziger Rieslingduft, Lakritze, Pfirsich, sehr reife Ananas, am Gaumen mit dezent süß-saurem Spiel, saftig-frischer Anlage, einer angenehmen Leichtigkeit und mit guter, für einen Literwein sogar außergewöhnlichen guten Länge.


Lesen Sie den vollständigen Artikel über Stuttgart in der aktuellen Ausgabe des Magazins “falstaff”.