Wir Wengerter

Klein und fein
Die Rohracker Weingärtner

Es sind fünf Hektar in Steillagen, die von 30 aktiven Wengertern im Nebenerwerb bewirtschaftet werden. Damit ist die Rohracker Genossenschaft heute die kleinste in Stuttgart. Ihr Motto lautet klein und fein. Ihre Geschichte reicht rund 100 Jahre zurück. Im Jahr 1919 schlossen sich die Wengerter in Rohracker erstmals in der Weingärtnergenossenschaft zusammen. Sie folgten damit dem Beispiel der Untertürkheimer (1887) und der Uhlbacher (1906) Kollegen. Endlich, so könnte man sagen…Denn bis dahin mussten die Wengerter Jahr für Jahr erleben, dass sie von den auswärtigen Händlern und Wirten bei den Preisverhandlungen gegeneinander ausgespielt wurden. Meistens wurde zu wenig bezahlt. Die Gründung der Genossenschaft war deshalb eine wichtige Entscheidung zur Sicherung der Existenz.

Steil und oho
Die Rohräcker Weinberge

Steil und terrassiert sind die Rohracker Weinberge und deshalb schwierig zu bewirtschaften. Die Wurzeln des Weinbaus am mittleren Neckar reichen bis in die Römerzeit zurück. Der Aufbau der traditionellen Weinbergterrassen, die heute noch das Landschaftsbild um Rohracker prägen, begann im 12. Jahrhundert. Heute stehen die Mauerweinberge unter staatlichem Schutz und müssen erhalten werden. Inzwischen haben weitsichtige politische Entscheidungen des Stuttgarter Gemeinderats für eine großzügige finanzielle Förderung gesorgt. Der Bau von Weinbergmauern ist eine anspruchsvolle Arbeit, die nur noch von wenigen Wengertern und Landschaftsbauern beherrscht wird. Deshalb wird auch auf jedem Etikett ausdrücklich erwähnt: „Aus terrassierter Steillage“.

Markant und unverzichtbar
Die Rohracker Kelter

Die 30 aktiven Wengerter in Rohracker sind alle im Nebenerwerb. Ihre vielfältigen beruflichen Erfahrungen fließen in die Genossenschaft ein, sichern Kompetenz und gewährleisten den Blick über den Tellerrand hinaus. Die hohe Qualität des Weines, der Schutz der Kulturlandschaft und die Freude an der Arbeit im steilen Weinberg verbinden die Wengerter. Jeder Einzelne setzt sich in gemeinsamer Arbeit – von der Weinbergarbeit bis zum Verkauf in der Kelter – für die Genossenschaft ein.

Die markante Kelter aus dem 16. Jahrhundert ist Mittelpunkt des Ortes und wichtiges Zentrum für die Bevölkerung in Rohracker. Hier werden im Herbst die Trauben angeliefert, hier lagert der Rohracker Wein und von hier aus wird er auch verkauft. Aber auch als Treffpunkt für Weinkenner und Genießer und als Ort für kulturelle und gesellschaftliche Veranstaltungen ist die imposante Kelter unverzichtbar.

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